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Wieder klingelt der Wecker
viel zu früh im gemütlichen Bett des Nairobi-Serena-Hotels. Trotz der
frühen Stunde gibt es ein reichhaltiges Frühstück, und gut gestärkt starten
wir um sechs Uhr früh in unserem Pollmann´s Bus - "Japanese Diesel-Power"
nennt ihn unser Safaribusfahrer - durch das schon sehr lebendige Nairobi.
Wir benutzen die vierspurige Ausfallstraße nach Norden, passieren Parks
und Industriebetriebe, später dann durchqueren wir die hügelige Landschaft
mit Kaffeeplantagen, Sisal- und Maisfeldern....
Wir waren kurz eingeschlafen, und meine Frau hat es sich an meiner Schulter
gemütlich gemacht. Jetzt auf einmal hohe Tannen, Nebel und ein paar grüne
Wiesen. Schwarzwald? Nein, immer noch Kenia mit seinem Linksverkehr mitten
im Kikuyuland.
Die Straße fällt wieder ab,
es wird wärmer und die Sonne scheint auf die große Ebene des Rift Valley.
Wie befahren die Straße direkt am Rande der östlichen Kante des Grabenbruchs.
Abenteuerlich konstruierte hölzerne Plattformen direkt über dem Abgrund
errichtet mit mehreren Souvenierhütten darauf, ein grandioser Ausblick
auf den Mt. Llongonot, dem größten Vulkanberg Kenias, der weite Blick
über das Rift Valley hinweg, all das lässt die Herzen höher schlagen.
Beinahe schon im Tal angekommen erreichen wir eine weitere Souvenierstation
und halten an.
Zart klingt das musikalische Spiel einer Masai-Disko. Nie gehört? Das
ist doch das Hölzkästchen mit den unterschiedlich langen Blechstreifen,
die mit den Daumennägeln bedient die schönsten Melodien ermöglichen. Ich
kaufe ein solches Fingerklavier (Massaidisco).
Wir sind am Lake Elementaita angelangt. Eine schmale staubige Piste führt
uns zur Elementaita Lodge, einer ehemaligen Farm, in der einst der legendäre
Lord Delamare gelebt hatte und die immer noch in Familienbesitz ist.
Neben dem alten im englischen
Stil erbauten Farmgebäude sind kleine Gästehäuschen an einem Hang errichtet
worden, umgeben von großzügig angelegten Blumenrabatten und tropischen
Büschen und Bäumen.
Später, im Haupthaus, gleich neben dem Speisesaal, lassen wir uns nach
dem Abendessen in einem gemütlichen Kaminzimmer nieder. Bei prasselndem
Feuer ruhen wir uns bei Kaffee und Tee aus und lassen die Eindrücke der
letzten Tage an uns vorbeifließen.
Zum Lake Nakuru ist es nur noch
ein Katzensprung. Vielleicht etwas mehr als eine Stunde auf dem Highway
und dann eine lange Sandpiste, vorbei an Rinderfarmen, an Weiden mit Reitpferden
und Pferdeställen, und wir erreichen den Parkeingang zum Lake Nakuru
Nationalpark!
Wir haben es noch nicht richtig begriffen und schon sehen wir den See
im Hintergrund und die Nakuru-Lodge direkt vor uns. Ein großer Parkplatz
vornean, dann die Reihen der hölzernen Gästehäuschen in einer großartigen
Garten- oder parkähnlichen Anlage gelegen, und schon stehen wir mit unserem
Japanese-Diesel vor dem Eingang zur Rezeption.
Leute kommen von überall her,
alle wollen uns helfen beim Koffertragen. Wir checken ein, erhalten wie
üblich den fruchtigen Begrüßungsdrink und unsere Zimmerschlüssel. Der
Busfahrer gibt den Startzeitpunkt (16:00 Uhr) zur ersten Safari bekannt
und schon lassen wir uns von unserem Porter (Gepäckträger) zu unserer
Schlafstätte für die nächsten zwei Tage bringen.
Er bestand übrigens darauf, bis auf meine Fototasche alle unsere Koffer
selbst zu tragen.
Das Zimmer, oder besser Häuschen, ist innen komplett mit Holzpaneelen
verkleidet, in der Mitte steht das riesige Bett mit einem malerisch aussehenden
Moskitonetz darüber und alles ist richtig gemütlich.
Wir brauchen nicht viel Zeit, um uns einzurichten und sitzen schnell wieder
auf der überdachten Terrasse und trinken den vorzüglichen kenianischen
Kaffee mit Milch und viel Zucker. Der Ausblick über den Swimmingpool hinweg
auf den Nakuru-See ist schon imposant. Mit dem Fernglas können wir sogar
auf dem Grasland vor dem See Wasserböcke und Büffel ausmachen.
Die Safaris, die wir in diesem
Tierparadies gemacht haben, sind unbeschreiblich schön gewesen. Der Artenreichtum
der Tiere in diesem realtiv kleinen vollkommen eingezäunten Nationalpark
ist einzigartig. Bis auf Elefanten sind wohl alle Säuger hier vorhanden
und auch zu sehen! Nirgendwo sah ich regelmäßig Rhinos, Leoparden, und
Löwen. Hyänen und Geparde gibt es hier wie auch die vielen anderen Savannenbewohner,
nur eben keine Elefanten.
Längst ist dieses Reservat nicht mehr nur der Flamingo-See!
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