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in der Shaba Sarova Lodge

 
   
 

Eine Safari muss ja nicht immer nur im Auto, sondern kann auch einmal auf dem Gelände einer Lodge stattfinden, wenn diese denn groß und abwechslungsreich genug ist.

Von der Baringo-Route war es nur noch ein kurzes Stück Weg an Archers Post vorbei bis zur Shaba Sarova Lodge.
Die liegt am Fluss Ewaso Ngiro, wie alle anderen Lodges in der Samburu-Region auch. Nach der üblichen Begrüßung ging es zuerst einmal auf die Zimmer, um sich etwas von der Fahrt zu erholen und frisch zu machen.
Doch, nur gewöhnliche Zimmer? Nein! Überall rechts und links vom Hauptgebäude stehen zweistöckige rustikal gebaute Häuser aus Stein und Holz so gebaut, daß dieser einem für uns Europäer ungewohntem Baustil - afrikanisch eben, irgendwie auch auf Pfählen errichtet - fremd und doch auch vertraut und vertraulich vorkommd. Die oberen Etagen sind durch Außentreppen zu erreichen, und drinnen ein riesiger Raum mit einem großen Bett, Fenstern zum Fluss und auch in die andere Richtung und ein ebenso feines Badezimmer nebenan. Als Klimaanlage dreht sich ein großer Ventilator und vermittelt wieder dieses Hemingway-Gefühl, oder das einer exotischen Spelunke.
Nun, schnell geduscht und mit der Videokamera raus! Schließlich ist der ganze Nachmittag zur freien Verfügung! Gelbkehlfrankoline, ja, ganz nah und nicht scheu, picken im Sand am dicht mit Büschen und Bäumen, Doumb-Palmen, Akazien natürlich und Fächerpalmen bewachsenen Ufer bis hin unter zum Fluss, der ca.10 Meter tiefer träge seine Bahn nimmt.

Am anderen Flussufer ein Esel,der zwischen den Felsbrocken grast und weiter links Kinder, die im Wasser toben. Haben die keine Angst vor Krokodilen? Im Hintergrund eine große Herde Ziegen, die wohl von den Jungs gehütet werden sollen.
Weiter auf dem Weg zum Haupthaus - ich will ja auch nebenbei den Weg zum Speisesaal erkunden - geht es über einen kleinen Bach, der quer über dem Weg in einem winzigen Wasserfall, aber mit beträchtlicher Lautstärke herunter plätschert. Den hatte ich auf dem Herweg gar nicht bemerkt.
Im Blättergewirr entdecke ich einen Eisvogel und kann ihn in aller Ruhe filmen.

"Hier gibt es Warane!" dringt es an mein Ohr. Ein Mitreisender, auch Fotonarr, machte mich aufmerksam und so begeben wir uns gemeinsam auf die Jagd nach diesen Reptilien. Ob 25 cm klein oder 150 cm groß, grün, grau, gelb und braun gefärbt, es wimmelte plötzlich von ihnen! Sie huschten verschreckt durch das Gras, kletterten auf Bäumen herum oder wuselten im Sand durch die Wurzeln des Ufergestrüpps. Einer kletterte behende steil an der Backsteinwand eines Hauses hinauf bis in den Dachfirst und verschwand dort in einer Spalte. Vor Waranen braucht übrigens keiner Angst zu haben. Es ist schon nicht leicht, die zu fotografieren oder zu filmen, weil sie schneller weg sind als man auf den Auslöser drückt.
Neben der Rezeption gab es einen Weg, der jenseits des Flusses direkt in die Savanne führte. Die Vegatation war sofort völlig anders, eben trocken und staubig, wie wir es ja von der Fahrt hierher schon gut kannten. Dornbüsche, trockenes Gras und Sand.
All zu weit bin ich denn auch nicht gelaufen, schließlich weiß man ja nie...
Zurück führte der Weg an einigen Fischteichen vorbei, die wohl auch Quelle für den kleinen Bach mit dem Wasserfall waren. Hier schwammen zahllose Fische in den erstaunlich großen Teichen herum, die wohl zur Zucht genutzt wurden.
Nun wollte ich es ja auch genau wissen und marschierte in die andere Richtung des Lodge-Geländes. Es war ziemlich heiß, und die Videokamera schleppen und das Stativ und dann noch mich selber, hmmm ...

Das Gelände öffnete sich und gab den Blick frei auf die Müllkippe der Lodge. Ein gefundenes Fressen für mich als Filmer und sowieso für Paviane, die inmitten der Palmen zusammen mit Marabus, Krähen und anderem Federvieh ein wirres und zwitscherndes Durcheinander bildeten!
Es wurde Zeit zum Rückweg, auch die Hitze wurde unerträglich. Außerdem gab es jetzt Mittagessen.
Auf einem hölzernen Tablett wurden wie üblich in kenianischen Lodges dem Vogelvieh die Brotreste offeriert, und neben Tokos, Webervögeln und anderen Vertretern waren dann auch jede Menge Dreifarbenglanzstare zu sehen.

Die Vögel machten sich natürlich auch über das Buffet her und plünderten ausgiebig das Angebot.
Na ja, eine richtige Safari in das Gebiet gab es am nächsten Tag natürlich auch, Wie üblich starteten wir früh und fuhren in Richtung Samburu. Natürlich war es jetzt im August hier knalltrocken, und man konnte es der Vegetation ansehen.
Direkt neben der Straße, besser Piste, die die Gebiete Shaba und Samburu/Buffalo-Springs teilt, konnten wir eine Herde Paviane beobachten, und, für mich neu, endlich das Junge reitend auf dem Rücken der Mutter! Schon so cool wie Clint Eastwood, der Kleine!

Weiter dann eine ergiebige Quelle, die ihr Wasser in den Ewaso ließ. Warzenschweine ließen sich die Badegenüsse nicht entgehen, weiter weg ruhte ein Spießbock und daneben erstaunlicherweise Grevyzebras und Steppenzebras zusammen! Die Grevys sind größer! Weiter in Richtung der Samburu Serena Lodge, wo wir Mittag essen wollen noch ein ein Stopp bei einem mächtigen Elefantenbullen. Später quert eine Elefantenherde unseren Weg.
Wer diese Safari mitmacht oder mitgemacht hat, kann sicher auch viele Erlebnisse beitragen. Ich höre hier einfach mal auf.
Kwa heri!

 
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