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Der Beginn der Safari
Zwei Tage später ging es dann los. Ich wurde früh von einem
Bus abgeholt, der unterwegs an diversen Küstenhotels noch andere
Safarigäste einsammelte und uns dann schließlich alle zum Flughafen
nach Mombasa brachte. Wer von diesen Leuten würde denn mit mir auf
diese Safari gehen? Alle? Nein, das kann nicht sein!
Am Flughafen lief alles perfekt. Schnell fanden sich die Gruppen zusammen,
die Safaris zusammen unternehmen würden. Natürlich dauerte es
noch bis zum Start, und so beschnupperten wir uns etwas. Abflug um 8:40
Uhr, Flugnummer MBA 9966, 2-motoriges Sportflugzeug mit ca. 18 Sitzplätzen.
Von meinem Platz kann ich jeden Handgriff des Piloten, einem Schwarzafrikaner,
beobachten. Zuerst läuft der linke Motor, dann der rechte mit ziemlichem
Getöse hoch,

und schon rollt die Maschine vorbei an den Hangars und an anderen parkenden
Flugzeugen zur Startbahn, dann nach kurzem Stopp - der Pilot holt sich
die Starterlaubnis ein - der rasante Start.
Schnell sind wir über den Flussarmen und Mangrovenwäldern Mombasas,
dann Richtung Westen auf den Mt. Kilimanjaro zu. Die Motoren machen reichlich
Lärm, doch in meiner Begeisterung habe ich mich nicht stören
lassen. Die Videocamera war im Einsatz, riesige Wolkentürme jedoch
gaben einen Blick auf den Kili nicht frei.
Die Sicht auf die Ebenen Tansanias war gut, immer wieder Dörfer,
viele Äcker und Felder und ab und zu ein paar Bäume oder kleine
Wäldchen. Immerhin haben wir kurz vor der Landung einen prächtigen
Blick auf den Mt. Meru erhaschen können. Wir schlagen einen großen
Bogen um den Flughafen bei Arusha, können neben einer großen
Halle einen Jumbo (diesmal ein Flugzeug aus Frankreich) ausmachen und
landen sicher auf dem Kilimanjaro International Airport.
Das Zollpersonal macht keine Kontrollen, will nur die Ein- und Ausreisekärtchen
und den Pass sehen. So bleibt noch Zeit, eine Zigarette zu rauchen oder
etwas Geld zu tauschen und die Gegend zu betrachten. Der Himmel ist bewölkt,
die Temperaturen angenehm.
Unsere Safari-Fahrer warten schon: Asmani, Justin und Jonathan (Chef)
von der Gesellschaft der „Ranger Safaris LTD".
Wir, das sind ein Ehepaar mit drei jugendlichen Kindern, ein Ehepaar mit
Kind und eine junge schwarzhaarige Frau aus Polen, zwei frisch verheiratete
Pärchen auf Hochzeitsreise, eine ungefähr 75jährige unglaublich
agile Globetrotterin und ich. So können wir uns gut auf die drei
Safaribusse verteilen.
Die erste Etappe ist nur kurz. Es geht vom Flugplatz zum Hotel Mountain
Village, einer sehr gemütlichen und luxuriösen Lodge an
dem kleinen Lake Duluti. Mittagessen, Geldumtausch (Devisenvergleiche
lohnen sich!) und Ausruhen ist erst einmal hier angesagt. Beim Mittagessen
ist mir klar geworden, warum das Rindfleisch in diesen heißen Gegenden
immer so zäh ist. Wegen der fehlenden Kühlmöglichkeiten
kann das Fleisch nicht lange genug abgehangen werden und muss so schnell
wie möglich zubereitet werden.
Nachmittags geht es dann schon weiter in Richtung Arusha, dann auf guten
Teerstraßen zum Lake Manyara. Die Temperaturen sind sehr
angenehm, die Fahrt bis Makuyuni zumindest auch. Hier, 90 km hinter
Arusha, biegen wir rechts ab auf eine 39 km lange Wellblechstraße,
eine Allwetterstraße, die uns holpernd nach MtoWaMbu führt.

MtoWaMbu heißt Moskito-Hafen
und liegt in unmittelbarer Nähe nordwestlich des Lake Manyara
direkt am Rande des Grabenbruchs des Rift Valley.
Hier sehen wir die ersten wilden Tiere! Blue Monkeys (Diademmeerkatzen),
sagt Asmani, unser Fahrer, und Geier sitzen auf den Bäumen. Diese
Marktstadt ist wohl der Ort in Afrika, in dem die meisten verschiedenen
afrikanischen Sprachen gesprochen werden.
Wir müssen den steilen Hang hinauf, vielleicht über 250 Höhenmeter
auf äußerst schlechter Wegstrecke überwinden. Felsbrocken,
vom Regen aus dem Hang gewaschen und talwärts gerollt, liegen überall
und machen den Straßenbauern nach jeder Regenzeit Mühe, die
Wege von diesem Geröll wieder freizubekommen. Es ist schwer vorstellbar,
daß über diese Piste sämtliche Fahrzeuge fahren müssen,
die von Arusha aus die Dörfer und Lodges um den Ngorongoro-Krater
und in der Serengeti versorgen bzw. besuchen. Wir passieren einen
markanten Affenbrotbaum und halten ganz oben am Grabenbruch, um die herrliche
Aussicht über die weite Ebene und den Lake Manyara zu genießen.
Die erste Übernachtung
Die Lake-Manyara-Lodge ist erste Übernachtungsstation. Schnell
wird - nach einem köstlichen Begrüßungstrunk - das Zimmer
aufgesucht, das Gepäck verstaut, und schon geht´s zum Abendessen.
Ein bisschen wird später noch im Kaminzimmer geplaudert, manche schauen
im Fernseher noch den Videofilm "Die lustige Welt der Tiere",
dann ist Nachtruhe.
Mückenstiche! Mindestens 5x hat ein Viech mich in der Nacht heimgesucht,
trotz Moskitonetz. Nun sind nicht alle Mücken auch Malariaüberträger,
auch meine Prophylaxe hat wohl gewirkt.
Der Tag beginnt mit einem schnellen kräftigen Frühstück.
Es gibt knusprig gebratenen Schinken, Toast, Kaffee, Obst und verschiedene
Säfte und noch viel mehr, alles reichhaltig und lecker.
Noch vor der Abfahrt eile ich schnell am Swimmingpool vorbei zu einem
Aussichtshäuschen, um den Sonnenaufgang und den Lake-Manyara
zu sehen. Der Himmel ist bewölkt, aber die Fernsicht ist einzigartig.
Mit dem Fernglas lassen sich unten am See Büffelherden ausmachen.
Die Anderen verpacken schon ihr Gepäck in die drei Safaribusse, aber
alles geht
pole-pole. Nur keine Hektik, daran haben wir uns schnell gewöhnt.
Wir fahren zurück, wieder an dem Baobab vorbei hinunter nach MtoWaMbu
zum Gate des Manyara NP. Kaum ein paar Meter gefahren umgibt uns
tropischer Urwald. Riesige Mahagonibäume, dichter Bewuchs und ab
und zu ein Bach mit sauberem klaren Wasser, der den steilen Abhang herunterfließt
und unseren Weg kreuzt, nehmen uns gefangen. Auf einer Lichtung halten
wir bei einer Herde Paviane an. Die Kleinsten reiten auf den Rücken
ihrer Mütter, der Pascha sitzt auf einem großen Felsen und
hat den Überblick.

Uns vergeht das Gefühl
für die Zeit. Weiter durch den Wald, schließlich unten in der
mit Akazienbüschen und einzelnen Palmen, Schirmakazien und Leberwurstbäumen
bewachsenen Savanne angekommen freuen wir uns über die ersten Impalas,
Zebras und Gnus.
Am Hippo-Pool dürfen wir aussteigen. Er ist voller Flusspferde. Weiter
in Richtung des Lake Manyara rasten Reiher, Nilgänse und vor allem
hunderte von Pelikanen. Weit oben direkt an der Kante des Grabenbruchs
ist unser Hotel zu sehen.
Der Lake stinkt! Wir fahren näher heran und treffen auf Flamingos.
Alle Fenster sind geschlossen....
Jenseits eines Baches liegt ein großer Kadaver. Die breiten Rippen
leuchten in der Sonne, es kann nur ein Büffel gewesen sein. Nicht
weit davon, halb versteckt unter Büschen, drei oder vier Löwen.
„Haben die das Teil gefressen?“
Wir schlagen einen Bogen über die Grassavanne, sehen Hyänen,
Schakale, Zebras und Gnus und erreichen wieder den Wald. Angestrengt starren
wir in die Bäume. Hier gibt es doch die berühmten Baumlöwen!
Na ja, eine Masai-Giraffe bietet auch ein gutes Fotomotiv.
Die Wege im Manyara-NP
sind ausgezeichnet gewesen, und so erreichen wir schnell wieder MtoWaMbu,
die Ausgangsstation, um den Hang in Richtung Serengeti wieder emporzuklettern.
Die schlammige fast nur aus Schlaglöchern bestehende Naturstraße
beschäftigt unseren Fahrer Asmani stark. Er ist so sauer, daß
er den am Rande stehenden Kindern und Jugendlichen zuruft, sie sollten
doch die Löcher endlich mit Steinen auffüllen. Stattdessen warten
die darauf, daß sich ein Auto festfährt, um es dann in Erwartung
eines Trinkgeldes wieder herauszuschieben. Na, doof sind die also auch
nicht gerade.
Zur Serengeti
Endlich bessert sich die Fahrbahn. Rechter Hand eröffnet sich ein
großes Tal,
die Mbulu-Ebene, und wir können Farmen inmitten von Getreidefeldern
ausmachen. Traktoren, LKW´s und einige Pkw´s benutzen die Straße
mit uns, in einem Dorf fällt eine kleine Ziegelei ins Auge, dann
biegen wir rechts ab bis hinauf zum Ngorongoro Krater. Das ganze
Bergmassiv ist von dunklen Wolken umhüllt. Wir erreichen eine dicht
bewaldete Vegetation und schließlich das Lodware Gate, dem
Eingang zum Ngorongoro Park.
Hier machen wir eine kurze Pause. „We´ll better
buy You another t-shirt“ sagte Jonathan der Reiseleiter lachend zu mir.
Ich trug peinlicherweise wieder dieses T-Shirt aus Kenia und hatte vergessen,
daß wir ja jetzt in Tansania sind. ("There is no place like
Kenya").
Schon geht es weiter rauf über
den nassen Weg durch den Regenwald zum Kraterrand! Wir halten am Gedenkstein
der Grzimecks, und es verschlägt uns allen der Atem, als wir in den
Krater sehen! Bachläufe, Seen, ein Wald in 600 Metern Tiefe und natürlich
der steile Abhang selbst. Der Eindruck ist überwältigend! In
wenigen Tagen werden wir hier unten den ganzen Tag umherstreifen.
Wir fahren weiter am Kraterrand entlang in Richtung Westen, bis sich linker
Hand ein größeres gut übersichtliches Tal auftut. Im Hintergrund
wieder Vulkanberge, in der Grassteppe vereinzelte Grantgazellen. Die Fahrbahn
ist nach wie vor sehr gut, kaum staubig, und so langsam wird es immer
wärmer. Eine Gruppe von Masaigiraffen pflückt Blätter von
Akazienbüschen und wir machen ein Picknik im Schatten einiger Bäume.
Bald verlassen wir das NCA (Ngorongoro
Conservation Area) und passieren das Tor zum Serengeti Nationalpark.
Nun breitet sich diese „Endlose Ebene“ vor uns aus! Das Gras um diese
Zeit (Mitte August) ist längst abgeweidet, kein Tier ist zu sehen,
schon gar keine Zebras und Gnus. Die haben sich auf den Weg gemacht nach
Kenia in die Massai Mara.
Asmani berichtet, daß zu Spitzenzeiten während und kurz nach
den Regenzeiten hier, auch besonders in der Gegend um den Lake Ndutu,
die Steppe voller Tiere ist. Kaum vorstellbar, was sich dann bei der Weite
dieser Landschaft hier für ein Bild bietet.
Wir erreichen das Naabi Hill Gate, eine Ansammlung von Häusern,
einer Service-Station und einem kleinen Museum, angelehnt an einen dieser
großen Inselberge, den Koppjes.

Diese Pause ist
auch nur kurz, denn der Weg zur Serengeti Sopa Lodge ist noch weit,
und wir wollen vor Sonnenuntergang ankommen. Die Sonne steht schon tief
am Himmel und beleuchtet mit ihrem warmen Licht die unzähligen Koppjes,
die wir passieren. Wir sehen Löwen, Giraffen, einen Geparden oben
auf einem Inselberg und verfolgen eine Hyäne.
So ist es doch schon stockdunkel,
als wir die vortreffliche Serengeti Sopa Lodge erreichen.
Die Pirsch am nächsten Morgen bietet uns einen ersten Eindruck dieser
wunderschönen Landschaft. Akazienbuschsavanne, Wasserstellen mit
Hippos, felsige Berghänge und Grassavannen mit riesigen Schirmakazien
lassen uns beim gelben Licht der Morgensonne immer wieder anhalten. Manchmal
bietet Landschaft so viel mehr Freude als der Anblick eines schlafenden
Löwen. Die Hippos spazieren auch noch bei Tageslicht in der Nähe
ihres Wasserlochs umher („ziemlich schnell sind die, nicht?“), eine grüne
(!) Mamba, ca. 150 cm lang, kriecht am Wegesrand, und einige Impalaböcke
begeistern uns mit ihren berühmten Prunksprüngen. So etwas kann
man nur mit der Videocamera einfangen!
Wir nehmen unser Mittagessen in der Seronera-Lodge ein, die besten
Spaghetti, die ich je gegessen habe, und lassen währenddessen die
bisherigen Beobachtungen Revue passieren: Die kleinen Thommies, die an
einer Wasserstelle (ein Teil des ausgetrockneten Seronera-Rivers) so idyllisch
Wasser tranken, der riesige Büffel, der wie ein überirdisches
Wesen durch die Steppe schritt, die Thommyböcke, die ihre Kraft maßen,
der Blick auf die Gebäude der Frankfurter Zoologischen
Gesellschaft, die hier im Sinne von Professor Grzimek Tierforschung
betreiben, Hyänen und dann die imposante Kulisse der an einem riesigen
Inselberg angelegten Seronera-Lodge.
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Zufrieden nach gutem Essen
setzen wir unsere Safari fort. Jeder kann sich jetzt denken, daß
diese Tour uns alles - bis auf einen Leoparden - geboten hat!
Nach einer weiteren Übernachtung in der Sopa-Lodge, einer
Frühpirsch ab 6:00 Uhr bei herrlichstem Sonnenaufgang geht es zurück
zum Ngorongorokrater. Unterwegs wieder an den Koppjes vorbei, können
wir Löffelhunde beobachten,

verlassen dann die Serengeti,
besuchen unterwegs ein Masaidorf und dann die Wiege der Menschheit, die
Olduvai-Schlucht.
Wir genießen einen imposanten Überblick über den Teil
eines 40 km langen Grabens , in dem seinerzeit in den 30ger Jahren der
legendäre Professor Louis Leakey seine Ausgrabungen begann. 1959
fanden er und seine Frau Mary L. hier Knochen von einem Menschen, den
sie homo habilis nannten. Ein Museum bietet einen ausführlichen
Überblick über die in diesem Canyon entdeckten Fossilien. Ein
sehr lohnendes Ziel für alle, die nach der Wiege der Menschheit Ausschau
halten wollen
Der Krater, 8. Weltwunder
Der Weg zum Kraterrand ist nur noch kurz. Wir stoppen an einer Stelle,
die uns einen weiten Überblick über den Krater bietet, sehen
den Lake Magadi mit seinem weißen Nebel, die Grassteppen
und den Lerai-Forest im Ngorongorokrater! Nur weiter jetzt,
es ist schon spät und wir müssen noch sehr viel mehr als den
halben Krater umrunden, um zu unserer Lodge zu kommen.
Die luxuriöse Ngorongoro-Sopa-Lodge liegt direkt am Kraterrand.
Von hier hat man von der Unterkunft aus durch ein Terrassenfenster einen
Ausblick in den Krater hinein, und ich nutze diese Gelegenheit für
ein Foto und eine besinnliche Weile, um den Sonnenuntergang über
diesem weltberühmten Naturdenkmal zu erleben.
Diese Luxusbehausung verfügt
über einen großzügigen Vorraum, ein großes Schlafzimmer
und ein Badezimmer, das mich sofort in die Badewanne springen lässt!
Herrlich!
An das Abendessen, dann gemeinsame Runde am Kamin mit köstlich schmeckendem
kühlen Bier und angenehmer Unterhaltung bis spät in die Nacht
erinnere ich mich gern.
Es geht früh los. Jonahtan, der Leiter unserer Ranger-Safari-Gruppe,
teilt die Fahrzeugbesatzungen ein. Wir werden nämlich nicht mit den
Safaribussen, sondern mit geländegängigen Landrovern in den
Krater fahren, während unsere Fahrer sich um die Safaribusse kümmern.
Es gibt noch einige Minuten Verzögerung, bis die Fahrt losgeht. Die
Afrikaner prüfen den Reifendruck und den Ölstand wohl immer
erst zum Zeitpunkt der Abfahrt.
Hinunter geht’s endlich auf
einer gepflegten Piste zwischen trockenen Akazienbüschen und Wäldern
hindurch, bis wir nach ca. 30 Minuten zum ersten Mal auf halber Höhe
einen gigantischen Blick auf den gegenüberliegenden Kraterrand haben.
Jetzt geht es los, jetzt beginnt das Abenteuer Ngorongoro!
Im Ngorongorokrater
Mein erste Eindruck mitten in dieser Caldera ist der, daß ich mich
sehr leicht orientieren kann. Die Kraterränder, über die dichte
Wolken quellen, begrenzen diese kleine große Welt. Da ist der Lerai-Wald,
da der Dunst vom Lake Magadi, und unser NGO-Fahrer Peter erzählt,
daß wir gerade am Munge-River vorbeifahren. Nun, etwas übertrieben,
dieser River ist nicht breiter als einen Meter!
Wir sehen Strauße, zwei der Mähnenlöwen, die hier besonders
groß sind, fahren auf einen windigen Hügel, in dessen Nähe
vor dem ersten Weltkrieg die Gebrüder Siedentopf für kurze Zeit
eine Farm betrieben hatten, sehen riesige Zebra- und Gnuherden und rasten
eine Weile am Lake Magadi. Dieser Dunst, der vom See aufsteigt,
legt sich hier als Alkalistaub nieder und hellt meine dunkelblaue Hose
nachhaltig auf, ätzt einfach die Farbe weg....
Hippopool, Grassavanne, Mittagspicknick
mit schwarzen Milanen, Löwenbegegnung, Schabrakenschakale, nur keine
Elefanten. Dann der Lerai-Forest!
Aus der Ferne jenseits der Grassavanne zunächst ein vor Hitze flimmernder
dunkelgrüner Streifen, wird er immer deutlicher zu einem Akazienwald.
Eine solch schöne Waldlandschaft habe ich in meinem Leben noch nicht
gesehen! Am Rande an einer Wasserstelle tummeln sich Marabus und Löffler,
etwas weiter unter den Fiberakazien grasen Zebras, Büffel und Gnus,
turnen Meerkatzen auf den Bäumen herum und versetzen uns in ehrfurchtvolle
Andacht. Das ist das Paradies!
Wir durchqueren den Wald, fahren an einer Kulisse vorbei, die mit ihren
Akazienbäumen, Büschen und Palmen mit den vielen Tieren darin
unsere Herzen höher schlagen lässt. Manchmal wird uns durch
die Bäume hindurch ein Blick auf den Kraterrand gewährt, und
endlich sehen wir auch auf einer Lichung einen Elefantenbullen. Einen
Adler trocknet seine Flügel im Wind, eine große Schaar Perlhühner
bereichert das Bild wie mit blauen Farbtupfern.
Wir nehmen den Geruch wahr,
der für uns Afrika ist, mit den umgestürzten Bäumen, den
Lichtungen und immer wieder den grasenden Tieren. Ein wehmütiger
Blick noch zurück, dann biegen wir wieder ab und verlassen den unserer
Ansicht nach schönsten Flecken des Kraters.
Eine Herde unseren Weg kreuzender Büffel, es mögen wohl 500
gewesen sein, gewährt uns noch ein paar kostbare Minuten mehr in
diesem Paradies, auch zwei Spitzmaulnashörner und die Schakale lassen
uns noch etwas verweilen, dann beginnt wieder der Aufstieg zur Lodge,
der uns jetzt wesentlich länger vorkommt.
Unser Fahrer Peter, der den Landrover zuverlässig gelenkt hatte,
ist verheiratet und hat zwei Kinder. So sind als Trinkgeld 20 US$ für
die beiden Kinder bestimmt, fünf für seine Frau und einer für
ihn. Peter bedankt sich herzlich, lacht und beweist, daß er versteht
und Humor hat.
Am nächsten Morgen regnet
es stark. Ich stelle fest, daß mich ein Sonnenbrand gerade auf der
Nase erwischt hat! Wozu hatte ich eigentlich diese teure Sonnencreme dabei?
Nach einem frühen Frühstück starten wir, und ich sitze
wieder in dem Bus mit den beiden frisch verheirateten Pärchen.
Auf der Fahrt durch den Regenwald zurück auf dem Kraterrand und dann
den Berg hinunter wissen wir, warum wir im Krater keine Elefanten gesehen
hatten: Auf einer Strecke von über 2 Kilometern mindestens sehen
wir auf der Piste ihre Hinterlassenschaften! Es müssen sehr sehr
viele gewesen sein!
Was begeistert einen noch nach einem solchen Tag? Der Junge am Straßenrand,
der maskiert mit einer Melonenmaske auf einem selbst gebauten Saiteninstrument
ein ergreifendes afrikanisches Lied vorträgt, der Schlammweg vor
MtoWaMbu oder die Reifenpanne auf der Wellblechpiste?

Zum Tarangire-Nationalpark
Wir biegen jetzt bei Makuyuni rechts ab, also nicht in Richtung
Arusha, sondern in Richtung Dodoma zum Tarangire Nationalpark.
An der Abzweigung wird getankt, per pumpender Hebelkraft mit Handarbeit
selbstverständlich, und wir können uns wieder unsere Beine vertreten.
Die Asphaltstraße ist reine Erholung. Sie wurde schon früh
angelegt, bevor das südlicher gelegene Dodoma Hauptstadt Tansanias
wurde.
Zeit zum Dösen, bis zur Abzweigung Kwa Kuchinja jedenfalls.
Links ab und noch ein paar Kilometer, und wie stehen schon vor dem Tarangire
Gate.
Ein riesiges Tor aus Eisen,
geschmückt mit Büffel- und Elefantenschädeln, links davon
das Gebäude der Ranger, in dem sich unsere Fahrer ihre verdiente
Pause gönnen und wir draußen, froh über die frische Luft
und die Möglichkeit, eine Zgarette (Sportsman)
zu rauchen.
Dreißig Meter in den Park hinein, und wir begegnen einer größeren
Elefantenherde. Grasende Kühe, sich raufende Junggesellen und freche
Halbstarke, die sich kurz mit wedelnden Ohren und lautem Gepruste unserem
Wagen entgegenstellen: „Achtung! Wir sind hier! Kommt uns nicht zu nahe!“
Die Landschaft ist anders als die der Serengeti. Baobabs rechts und links
bestimmen das Bild. Wieder ein Halt. Zwei Busse stehen schon und wir bremsen
natürlich auch. Ein englisch sprechender Mann ist gerade dabei, mit
Hilfe eines Stockes und mit geübtem Griff eine ca. 70 cm lange Puffotter
hinter dem Kopf zu greifen.

„Highly poisioness“ sagt Asmani.
Ich filme die Szene neben ihm auf dem Beifahrersitz. Er gestattet mir,
auszusteigen, und ich mache die gefährlichsten Aufnahmen meines Lebens,
drei Meter von dieser Schlange weit weg, die jetzt wieder zusammengerollt
auf der sandigen Fahrbahn liegt. Später sagte mir ein Kenner, die
Tiere seien gar nicht so schnell, und ich hätte immer flüchten
können. Tröstlich, wenn man es weiß. Ein Biss dieser Schlange
hätte in dieser Situation jedenfalls meine Safari beendet.
Über Brücken, an weiteren Baobabs und Elefanten vorbei, die
hier wohl nicht ganz so tolerant gegenüber den Safaribussen sind
wie z.B. in Kenia, erreichten wir schließlich unser Ziel, die Tarangire
Sopa Lodge.
Rechts wie links doppelstöckige
Bungalows, in der Mitte die Eingangshalle, überdacht von einem riesigen
hölzernen Elefantenrüssel, versetzen uns in Erstaunen. Der Empfang
in der Halle, wie immer hier in Ostafrika, ist überaus herzlich.
Als Begrüßungstrunk gibt es wieder einen Coctail aus einheimischen
Früchten und schnell stehen für alle von uns Stewards bereit,
um unser Gepäck auf die Zimmer zu tragen.
Im Tarangire bedroht die Tsetsefliege
den Menschen, deswegen waren für die Spätpirsch Vorsichtsmaßnahmen
angesagt! Lange Hosen, langärmlige Hemden, reichlich Insektenmittel
usw. Die Fliegen stechen nicht, sondern verursachen mit ihrer Attacke
regelrecht kleine blutende schmerzhafte Schnittwunden. Wohl dem, der gut
vorgesorgt hatte! Hier hatte es den, der auch sonst immer alles besser
wußte, mit seiner kurzen Hose erwischt...
Giraffen und Zebras unter Baobabs, wahrlich ein neues Motiv! Die Landschaft
ist viel hügeliger als die in der Serengeti und bot uns auch dadurch
interessante Abwechslung.
Mehr als hundert Elefanten an einem Flußlauf, Spießböcke
- sogar fransenohrige - , natürlich auch Zebras und Gnus, und Löwen
natürlich. Zuerst sahen wir zwei schlafende ältere Paschas,
dann, nach ein paar hundert Metern das, was wir im Lake Manyara NP gesucht
hatten: die berühmten Baumlöwen! Zwei Löwinnen kauerten
hoch auf einem Baum und beobachteten die Umgebung.

Es war jetzt schon reichlich spät und kühl geworden, sodaß
ich nicht davon ausgehe, daß der Grund ihres Verhaltens darin liegt,
nur den Mücken und der Hitze am Boden zu entgehen.
Gegen die untergehende Sonne machten wir uns auf den Weg zurück zur
Lodge. Sandhühner hatten sich im noch warmen Sand der Piste niedergelegt
und fliegen verschreckt auf, als wir näher kommen.
Viel zu früh müssen wir diesen wunderschönen Park am nächsten
Morgen wieder verlassen. Wir beobachten eine riesige Eule auf einem Baobab,
sehen diesen durchbohrten in allen Reiseführern abgebildeten Baobab,
freuen uns über Klippschliefer am Wegesrand, einer Löwin und
drei Elefantenbullen mit gewaltigen Stoßzähnen und verlassen
schließlich den Park.

Auf der Teerstraße in
Richtung Arusha lassen wir uns das Radiogedudel afrikanischer Schlager
gern gefallen und drömmeln die Stunden dahin, bis uns das Bremsen
und ein Stoß von unten aus den Träumen reißt! „Sleeping
Policeman“ sagt unser Asmani lachend und gibt wieder Gas. Er meint die
Bodenwellen auf der Straße vor und in den Ortschaften, die die Autofahrer
zwingen, das Tempo zu drosseln!
Der Weg ins Zentrum ist noch lang. Kein Asphalt mehr, sondern fast wieder
Schlaglochpiste. Vorbei an Holzhütten, einer Moschee, Schutthalden
und primitiven Wellblechbaracken erreichen wir die Stadtmitte, der Straßenbelag
wird zunehmend besser.
Wir sind in Arusha, fahren um den berühmten Uhrenturm herum.
"At
the Centre between Cape to Cairo"
und sind wirklich mitten in Afrika!

Wir machen kurzen Halt, weil
einer der Mitfahrer noch Geld tauschen will, und ich kaufe derweil an
der Straße eine wirklich schöne Batik mit einem Elefantenmotiv.
Vielleicht gerade da an der Stelle, wo John Wayne damals mit seinem Jeep
mit dem Elefanten hinten drauf vorbeifuhr und laut „Hatari“ brüllte.
Östlich von Arusha durchqueren wir eine Straße mit überaus
gepflegten Villen, die wohl noch aus der guten alten Zeit stammen.
Die Straße zurück zur Mountain Village Lodge bewältigen
wir im Handumdrehen.
Mountain Village
Angekommen in der mit Blumenbeeten geschmückten Mountain Village
Lodge, in der wir vor einer Woche unsere Safari mit einem Mittagessen
begannen, freuen wir uns auf unser letztes Quartier hier in Tansania.
Kleine runde anmutig gebaute Häuschen wie in einem Runddorf zwischen
Mangobäumen und blühenden Sträuchern angeordnet stehen
für uns bereit, absolut gemütlich und für ein- bis zwei
Personen gedacht.

Viel zu schön, um nur
eine Nacht darin zu verbringen! Obwohl etwas verspätet, gibt es für
uns noch ein passables Mittagessen, und bis zur letzten Safari haben wir
noch ein bisschen Zeit, die jeder von uns auf seine Weise zu nutzen weiß.
Arusha Nationalpark
Um 14:30 Uhr geht es los zum Arusha Nationalpark. Etwas Teerstraße,
dann links ab in Richtung Norden zum Mt. Meru. Der Arusha-NP liegt
östlich des Meru und wird vornehmlich von tropischem Bergwald beherrscht.
Zunächst geht die Fahrt an Maisfeldern und Obstplantagen vorbei,
durch Dörfer und kleine Wäldchen hindurch, bis wir, immer höher,
dichteren Wald durchquerend schließlich vor dem Gate des Nationalparks
Halt machen. Wir spüren, daß uns jetzt der echte Urwald erwartet!
Wir fahren immer höher, können ab und zu noch einen Blick erhaschen
auf die weite Ebene Tansanias, tauchen dann tiefer und tiefer in den Wald
hinein.
Die Wege sind zwar eben, ohne
Schlaglöcher, aber auch feucht. Riesige Urwaldbäume mit Flechten
behangen (von den Einheimischen old man´s beard genannt) versetzen uns
in eine neue Welt. Die Rufe der Waldbewohner dringen in unser Ohr, mehr
als einmal halten wir an, um den Colobusaffen oder einen Hornbill (Nashornvogel)
zu beobachten.
Am Ziel der ersten Etappe ist ein Aussichtspunkt (Buffalo Point), der
uns alle angenehm überrascht. Wir stehen am Rande eines Vulkankraters
mit einer Caldera, die zwar viel kleiner, aber nicht minder schön,
mit der des Ngorongoro vergleichbar ist, dem Ngurdoto-Krater!

Eine fantastische Aussicht über
dieses kleine Paradies, in dem Büffel und Elefanten friedlich grasen.
Alles ist hier grün und fruchtbar, als ob es hier niemals eine Trockenzeit
gäbe.
Dieser Krater darf von Menschen nicht betreten werden und ist so ausschließlich
den Tieren vorbehalten.

Wir wenden auf dem schmalen
Weg und fahren zu den Momella-Seen, bewundern Kronenducker, Diademmeerkatzen
(Blue Monkeys), Hippos, Wasserböcke, Warzenschweine und viele Vögel
in dieser wasserreichen Landschaft.
Wir fahren an der Momella-Lodge vorbei, die viele von uns mit dem
Filmklassiker Hatari verbindet.
Immerhin sind einige Räume hier immer noch in dem selben Zustand
wie damals im Film.
Auf dem Weg zurück versperrt uns noch eine riesige Giraffe den Weg.
Was soll´s! Morgen geht’s wieder ab nach Mombasa.
Am "Strand" zurück
Der Rückflug verlief verständlicherweise nicht ganz so aufregend.
Kurz vor der Landung in Mombasa setzte jedoch sehr starker Regen ein.
Nach der Landung auf dem Flughafen Mombasas wurden wir alle erfreulicherweise
von Bediensteten des Airports mit riesigen Regenschirmen vom Flugzeug
abgeholt und in die Halle geleitet.
Regenschauer im August in Kenia ist eher selten, aber am Abend war wieder
alles ok und wir konnten noch ein paar schöne Resttage am Strand
verbringen.
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