Safari kwa Kenya 2005

Die Tour der Abenteuer
Massai Mara


 
 

Da Tanja am nächsten Morgen ganz, ganz früh zu ihrer Ballonfahrt starten musste, und wir alle doch recht müde waren, ging es relativ zeitig in die Betten. Die Nacht war ziemlich ruhig, und während Tanja schon und 4.45 Uhr aufstehen musste, konnten Sandra und ich noch bis 5.45 Uhr schlafen - wir hatten eine Frühpirsch um halb sieben vereinbart. Zum Frühstück trafen wir uns dann gegen zehn Uhr wieder. Tanja schwärmte von ihrem Ballonerlebnis: nach dem frühen wake-up-call war sie im Jeep in tiefschwarzer Nacht über einsame Pisten zum Governor`s Camp, das nur als kleines Licht am Horizont zu erahnen war, gebracht worden.
Von dort aus starteten die Ballons; an diesem Morgen zwei mit Platz für jeweils 12 Personen.
Das Einsteigen musste sehr schnell gehen, und während Captain Elly, eine Australierin, bereits im Korb war, hielten Helfer den Ballon noch etwas in der Horizontalen bis er dann abheben konnte - lautlos zunächst, bis der Gashebel wieder geöffnet wurde.
In Augenhöhe mit den Geiern schwebten sie dann über die Savanne und den Mara River - unter sich Hippos im Fluss, Gnu- und Zebraherden, Elefanten und der Schatten des Ballons...
Dann ging die Sonne auf - was, wie sie schilderte, ein spektakuläres, aber kurzes Schauspiel war: der Horizont färbte sich rosarot bis bläulichlila und tauchte alles in warmes Licht.
Geschickt hatte Elly den Ballon immer wieder gewendet, so dass auch jeder die unermessliche Weite der zauberhaften Graslandschaft sehen konnte.
Nach ca. einer Stunde gab es die Anweisung für die Landung, und dann war es soweit - da hieß es gut festhalten! Drei Mal hatte der Korb aufgesetzt und war dann letztlich doch noch umgekippt.
Nachdem alle ausgestiegen und sich die Füße vertreten hatten, genossen sie das Champagner-Frühstück - mitten in der Savanne! Sie war sehr begeistert von diesem unvergesslich schönen Erlebnis, und zeigte uns noch stolz ihre Urkunde.
Wir dagegen konnten “nur” von den großen Zebra- und Gnuherden, die wir auf unserer Frühpirsch gesehen hatten, berichten...

 

 
 

 
 
    
 
 
  
 
 

 

Nach dem Frühstück relaxten wir ein bisschen in der Nähe des Pools - wir hatten “Freizeit” bis 14.00 Uhr, dann wollten wir weiterfahren zur Mara Serena Lodge, wo wir die nächsten beiden Tage verbringen wollten. Als wir bei Mittagessen saßen, hörten wir auf einmal Donner - ein Gewitter kündigte sich an, es wurde auch schon dunkler. Wir hatten noch nie einen richtigen Gewitterschauer erlebt und waren ein bisschen gespannt auf das, was da noch kommen sollte - an unsere Fahrt zur Mara Serena Lodge dachten wir in diesem Moment nicht...
Um zwei nahm John uns in Empfang und meinte, er würde etwas schneller fahren, wir müssten noch vor dem Regen in der Lodge ankommen. Ach so, die Strecke wäre ja bei Regen kaum zu befahren - darüber hatten wir uns natürlich keine Gedanken gemacht!
Wir fuhren los, was sollte schon passieren, es waren nur knapp 30 km bis zur Mara Serena Lodge - dachten wir... Dann kam der Regen, und nun waren wir der festen Überzeugung, dass wir es nicht mehr schaffen würden! Für die Schönheit des Himmels - auf der einen Seite leuchtendblau, auf der anderen Seite dunkelgrau, mit mächtigen Wolken, zwischen die das Sonnenlicht wie Strahlen auf die Erde herabfiel, hatten wir kaum Augen, die Fahrt beanspruchte unsere gesamte Aufmerksamkeit.
Der Wagen schlitterte hin und her, schlimmer als bei Glatteis. John hatte sehr viel Arbeit, das Fahrzeug in der Spur zu halten, und das Geräusch von aufspritzendem Schlamm, der gegen die Radkästen schlug, war unglaublich laut.
Noch 11 km bis zur Lodge, lieber Gott, lass es aufhören zu regnen... noch 4 km bis zur Lodge, nein, wir bleiben stecken, wir schaffen es nicht...
Der Antennenbaum der Mara Serena Lodge war schon zu sehen, die Lodge lag quasi zum Greifen nahe, aber wir kamen irgendwie nicht richtig vorwärts. Zu allem Unglück stießen wir auch noch auf Ranger, die John erst einmal belehrten, dass er bei Regen neben dem Weg fahren solle. Natürlich gab`s eine Verwarnung, weil er das ja gerade nicht gemacht hatte.
Da half nur reuige Einsicht zeigen, um die beiden nicht auch noch zu verärgern... Beim Anfahren hatte der Wagen ganz schöne Probleme, wieder von der Stelle zu kommen. Im Schritttempo quälte John ihn mit hochtourigem Motor und teilweise durchdrehenden Rädern (trotzt Allradantrieb!) weiter, und - Ngai war uns wieder gnädig - wir schafften es!
Wir erreichten die Mara Serena Lodge nach einer anstrengenden Stunde Fahrt.
Unser Safaribus war kaum wieder zu erkennen, der war doch mal weiß? Nun war er zur Hälfte rot, aber bis zu unserer Nachmittagspirsch eine Stunde später strahlte er wieder in seiner ursprünglichen Farbe, fleißiger Hände sei Dank.
Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, ging es gleich wieder los, der Regenschauer war vorüber und wir konnten eine Pirschfahrt machen.
Beim Fahren hieß es allerdings noch Vorsicht walten lassen, und bloß nicht die Fahrspuren verlassen - was dazu führte, dass wir, als uns andere Safaribusse entgegenkamen, nicht einfach an die Seiten fuhren und auswichen, sondern Meter um Meter rückwärts fuhren bis zu einer Abzweigung, dann da einbogen und die anderen Fahrzeuge vorbeiließen, bis wir weiterfahren konnten. Wahrscheinlich hätten wir uns sonst sofort festgefahren...

 
 
 
 
Auf der Tour durch den Park sahen wir neben Zebras und Gnus auch drei Geparden beim Fressen. Wir hatten den Weg zum besseren Fotografieren nur um Reifenbreite verlassen - aber Pech, in der Mara nicht erlaubt, und da kamen schon unsere Freunde, die Ranger. Es gab eine nette kleine Unterhaltung zwischen ihnen und John.
Wir waren nicht die einzigen, die nicht mehr auf dem Weg standen, und so hatten die beiden einiges zu notieren. Armer John, das zweite Ticket an einem Tag...
Wir fuhren langsam wieder zurück zur Lodge, wo wir den Abend mit einem tusker am Lagerfeuer ausklingen ließen. Nach Essen war uns irgendwie nicht, und außerdem störte uns auch hier die etwas hektische Betriebsamkeit - auch die Serena Mountain Lodge war ausgebucht und wimmelte vor Gästen.
Während alle irgendwann zum Dinner hinein gingen, blieben wir lieber gemütlich draußen sitzen, und freuten uns schon auf den nächsten Tag, für den wir uns eine Ganztagspirschfahrt überlegt hatten.
 
 



 
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