Safari kwa Kenya 2005

Die Tour der Abenteuer
Massai Mara


 
 

Nach einer geruhsamen Nacht starteten wir nach dem Frühstück, ausgestattet mit 4 Picknickboxen, um 8.30 Uhr. Wir fuhren gleich zum Mara River, in der Hoffnung, die Gnus beim Überqueren des Flusses beobachten zu können, und John suchte zielstrebig eine gute Stelle, etwas erhoben und direkt am Fluss, aus - jede Menge Gnus in der unmittelbaren Nähe, und nur ein anderer Safaribus stand dort.
Zwar kamen im Laufe der nächsten eineinhalb Stunden noch einige Fahrzeuge, aber Fahrer und Insassen waren zu ungeduldig und fuhren nach ein paar Minuten wieder weg.
Wir aber blieben, und warteten... und beobachteten... und warteten... - da, ein paar Gnus machten sich auf den Weg zum Ufer, ging das Spektakel jetzt los?
Nein, irgendetwas im Wasser schreckte sie auf, und sie traten den Rückzug an.
Einige Gnus auf der anderen Seite des Flusses machten sie aber nervös, sie wollten den Mara River jetzt überqueren, das konnte man förmlich spüren. Wir warteten weiter... und weiter... und - dann! Es ging los!
Auf einmal war es soweit: ein paar Gnus liefen zum Ufer, die Menge hinterher, und dann sprang endlich das erste ins Wasser - und die Menge hinterher! Direkt vor unseren Augen, keine 5 Meter entfernt, so hatten wir davon geträumt, aber kaum zu hoffen gewagt, dass wir es so hautnah miterleben durften.
Es war unglaublich aufregend, und unsere Kameras klickten wie wild. Die Gnus sprangen und schwammen, dann sahen wir auch schon die ersten Krokodile im Wasser, und bald kämpften einige aus der Herde ums Überleben. Natürlich gewannen die Krokodile, das war schon ein schauriges Spektakel. Die Mehrheit der Gnus aber schaffte es durch den Fluss bis auf die andere Seite, wo sie sich das recht steile Ufer hochquälen mussten, die letzte Herausforderung beim Crossing.
Gute eineinhalb Stunden hatten wir gewartet, aber unsere Geduld hatte sich gelohnt. Unglaublich viele Tiere schwammen durch den Fluss, bis irgendetwas sie irritierte, so dass sie die Stelle, an der sie ins Wasser sprangen, wechselten. Nun waren sie nicht mehr in direkter Nähe, aber wir konnten sie trotzdem noch gut beobachten, und außerdem hatten wir ja schon richtig Glück gehabt und alles aus der Nähe verfolgen können.


 
 
  

 

 
 
 


Wir blieben noch eine ganze Weile zum Beobachten dort stehen, und als wir dann doch weiterfuhren, war es schon fast Mittag.
Nun machten wir uns auf den Weg zu einem geeigneten Picknickplatz, und dabei fuhren wir durch riesengroße Herden von Gnus und Zebras. So viele Tiere, es war einfach unglaublich! Teilweise lagen sie auf dem Weg und dösten vor sich hin, und wir mussten sie richtig von der Straße scheuchen.
Die Landschaft wirkte wie gesprenkelt, wohin das Auge auch blickte, überall waren dunkle Punkte, Gnus und Zebras, zu sehen. Das war ein Eindruck, den man nicht wieder vergisst!
Leider hatte dieser Tierreichtum auch seine Schattenseiten: bedeutete er auf der einen Seite für die Raubkatzen zwar einen üppig gedeckten Tisch, so aber auf der anderen Seite gleichzeitig für viele Tiere den Tod.

 
 
 
 
Schon von weitem konnten wir vom Weg aus einen Baum mit etlichen Geiern sehen, und als wir dorthin fuhren, entdeckten wir ein junges totes Zebra, das gerade ausgiebigst “bearbeitet” wurde. Anders kann man es wirklich nicht nennen, eine ganze Schar von Geiern zog und zerrte an dem toten Tier und dabei stritten sie sich auch noch lautstark, obwohl genug für alle zum Fressen da war. Ein grausliges Szenario, aber irgendwie auch wieder faszinierend: die Geier mit ihren riesigen Flügeln einmal aus nächster Nähe zu beobachten, war schon etwas Besonderes.
Als wir wieder wegfuhren, entdeckten wir am Wegesrand unter einem Baum im Schatten liegend noch eine dicke Löwin - ob vollgefressen oder schwanger, das konnten wir nicht sagen...


 
 
 
 
Gegen halb zwei fanden wir einen guten Platz für unser Picknicklunch, John hielt an und holte eine Decke hervor, und dann hieß es erst einmal: essen und eine kleine siesta halten. Eine gute Stunde hielten wir es hier aus, und nach einem Besuch der Buschtoilette ging es weiter.
Wieder fuhren wir durch unglaublich große Gnuherden, wieder lagen etliche Tiere schläfrig mitten auf dem Weg - ein Gnu wollte gar nicht aufstehen, selbst als wir mit dem Wagen direkt vor ihm standen, und wir dachten schon, es sei tot oder mindestens krank, aber nein! Ganz zum Schluss sprang es dann doch auf und lief weg - es hatte nur tief und fest geschlafen. Na, da hätte eine Raubkatze aber leichtes Spiel gehabt. Augen auf in der Wildnis! Wir nannten es das “deep sleeping gnu”...
Während wir so durch die Gegend fuhren, konnten wir auf einmal schon von weitem an einer Stelle mehrere Safaribusse stehen sehen. Also machten wir uns auch dorthin auf, und - dort lagen im Gras, mitten in der prallen Sonne, ein Löwe und eine Löwin, wahrscheinlich Honeymooner, wie John grinsend meinte. Wir machten ein paar Fotos, bis die Löwin auf einmal aufstand und direkt auf unser Fahrzeug zuging. Uh, ja, und nun? Wir sollten ganz ruhig bleiben und keine schnellen Bewegungen machen, riet uns John. Waren alle Fenster zu?
Vorsichtig überprüften wir sie, und hofften nur, dass die Löwin nicht zum Sprung Richtung Dach ansetzen würde - das war natürlich noch auf...
Aber die Raubkatze hatte etwas ganz Anderes im Sinn: ihr war es wohl in der Sonne zu heiß, sie legte sich direkt an unserem Wagen in den Schatten. Keinen halben Meter war sie von uns entfernt, wie konnten sie deutlich atmen hören.
Wir dagegen wagten kaum noch zu atmen, so aufregend war es! An Fotografieren war nun allerdings nicht mehr zu denken, dazu hätten wir die Fenster aufmachen und die Kameras nach unten heraus halten müssen, aber das wagte natürlich keiner von uns. Nach einer Weile startete John den Motor und fuhr langsam ein Stückchen weiter. Puh, das war schon spannend!
Nun sahen wir auch, dass sich nicht weit entfernt noch ein zweites Löwenmännchen im Gras rekelte. Das konnten wir dann auch in aller Ruhe fotografieren - einschließlich seines unheimlich großen Rachens mit einer merkwürdig gespaltenen Zunge. Ja, solche Fotos sind das Salz in der Suppe, wir waren begeistert und glücklich. Da hatte sich die Ganztagspirschfahrt wirklich gelohnt, erst die Gnus am Mara River, nun diese Löwen - klasse!

 
 


 
 


Da wir bei den Löwen noch eine ganze Zeit verbrachten (mittlerweile hatte sich dort auch ein BBC-Filmteam eingefunden, und das in seinem professionell ausgestatteten Jeep zu beobachten, war auch nicht uninteressant, war es schon viertel nach fünf, als wir wieder bei der Lodge eintrafen.
Da haben wir uns dann erst einmal ein Tusker gegönnt und blieben draußen am Lagerfeuer, bis es Zeit fürs Dinner war. Nach dem Essen allerdings sind wir relativ schnell zu unserem Zimmer gegangen. Wir wollten ein wenig vorschlafen, denn am nächsten Tag war schon die Rückfahrt nach Nairobi - wieder eine anstrengende Tour - angesagt.


 
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