Safari kwa Kenya 2005

Die Tour der Abenteuer

Kurzer Patenkindbesuch, bevor die Safari startet...

 
 

Pünktlich um 11.00 Uhr wurden wir von den Mitarbeitern der Hilfsorganisation Plan International abgeholt und fuhren in Richtung Thika.
Eigentliches Ziel war das kleine Dorf Nzambani, am Fuße des Ol Donyo Sabuk, einem Berg im gleichnamigen National Park. Nach etwa eineinhalb Stunden Fahrt erreichten wir die Nzambani Primary School, die wir - unter Begeisterung der Schulkinder - besichtigten und wo wir die Geschwister meines Patenkindes Tabitha trafen. Nach einem kurzen Gespräch mit dem Schulleiter und der obligatorischen Eintragung ins visitor`s book stiegen Tabithas Geschwister Grace, Benjamin und John zu uns ins Auto und fuhren die letzten Kilometer bis zum Wohnsitz der Familie mit uns.
Wir hielten mitten auf einem Acker - und stiegen aus. Während wir noch überlegten, was wohl passieren würde, wie viele Kilometer beschwerlichen Fußmarsches wohl vor uns liegen mochten, hörten wir auf einmal Gesang - eine Reihe von Frauen aus dem Dorf begrüßte uns an einem kleinen Weg, und auf einmal kam auch schon Tabitha, 5 Jahre alt, an der Hand einer ehrenamtlichen Plan-Gemeindehelferin auf uns zu. Sie zeigte überhaupt keine Scheu und strahlte über das ganze Gesicht.

 

 
 

Tabitha

 
 

Wir gingen die restlichen 200 m zum Haus der Familie gemeinsam, und dort warteten schon Tabithas Eltern, Großeltern und weitere Dorfbewohner auf uns. Unter einem großen Baum waren Tische, Bänke und Stühle aufgestellt, und nachdem wir Platz genommen hatten, begann eine wahre Flut von Begrüßungsreden - von den Plan-Mitarbeitern, die uns vorstellten, weiteren Plan-Kollegen, den Eltern, Großeltern, und, und, und... Wir verloren fast den Überblick, aber diese Geste zeigte uns auch, wie wichtig unser Besuch genommen wurde.
Wir bedankten uns, und ich machte mich ans Geschenkeverteilen - Reis, Tee und Zucker für die gesamte Familie, kleine Stofftiere, Schreibhefte, Kugelschreiber, Bleistifte, Radiergummis, Anspitzer und Lineale für alle Kinder sowie für die beiden Jungs noch kleine Spielzeugautos und für Tabitha eine kleine Puppe. Die kleinen Stofftiere waren heiß begehrt, und als Tabitha für ein gemeinsames Foto für einen klitzekleinen Moment die fest umklammerten Geschenke aus der Hand geben sollte, tat sie ihren Unmut lautstark kund - der einzige Moment, in dem sie mal nicht lächelte -, was unter den Anwesenden sehr zur Erheiterung führte...

Nach dem Geschenkeverteilen hörten wir auf einmal Geschirrklappern, es war Essenszeit, und wir wurden reichhaltig bewirtet, mit Reis, Hühnchen, einer Art Huhn-Kartoffel-Eintopf, einem traditionellen Bohnenbrei und Tomaten mit Zwiebeln.
In so großer Gesellschaft und unter freiem Himmel schmeckte es uns natürlich besonders gut, und zum Abschluss des großzügigen Mahls gab es noch Tee mit frischer Milch. Nach dem Essen haben wir noch eine Zeitlang zusammen gesessen, und insbesondere die Kinder mit ihrem Interesse für uns und unsere Kameras sorgten immer wieder für Gelächter. Wir wiederum konnten sie mit so einfachen Dingen wie Kitzeln oder Handklatschspielen zu wahren Lachstürmen hinreißen.
Dann wurden wir aufgefordert, aufzustehen - nun sollten wir Geschenke bekommen! Die Frauen sangen und tanzten, wir “mussten” mitmachen, und dann wurden uns vyondo, in Handarbeit hergestellte traditionelle Körbe aus Sisal oder Maisstroh, mit denen die Kamba-Frauen alles Wichtige transportieren, überreicht. Darüber haben wir uns sehr gefreut!
So verging die Zeit wie im Fluge, und auf einmal war es schon soweit, der Abschied nahte. Wir besichtigten noch die Häuser der Familie - es gab ein “Haupthaus”, in dem neben dem Wohnraum auch der durch einen Vorgang abgeteilte Schlafraum der Eltern lag, einem “Nebenhaus” ohne Fenster, mit zwei Türen, in dem sich rechts der kleine Viehstall und links der Schlafraum der Kinder (mit einem Bett für 4 Kinder!) befand, und dem “Kochhaus” mit der Feuerstelle für die Essenszubereitung. Bei der Besichtigung wurden wir doch wieder etwas nachdenklich, und als ich abends in meinem warmen weichen Hotelbett lag, das komfortable Badezimmer mit der Aussicht auf Wasser, warm oder kalt, wie und wann immer ich wollte, gleich nebenan, da konnte ich lange Zeit nicht einschlafen - die Gedanken waren bei Tabitha und ihren Geschwistern, die sich ein Bett teilen mussten, gleich neben dem Viehstall...

 
     
 

Nach der Besichtigung gab es wieder eine wahre Flut von Reden - diesmal zur Verabschiedung -, und auch wir sprachen ein paar Sätze, bedankten uns für die Gastfreundschaft und das leckere Essen. Wir schüttelten noch einmal tausend Hände, dann stiegen wir ins Auto.
Tabitha, ihre Geschwister und ihr Vater sollten uns noch bis zur Schule begleiten und von dort aus wieder zurückgehen. Als wir auf dem Weg zur Schule durch das Dorf fuhren, vorbei an anderen Kindern, schaute Tabitha huldvoll aus dem Fenster, winkte mal hier, mal da, nach dem Motto “Sieht mich hier auch ja jeder?” Wir haben uns sehr amüsiert, sie wirkte wie eine kleine Königin auf ihrem persönlichen Triumphzug durch die Gemeinde. Leider war die Schule allzu schnell erreicht, wir stiegen alle für ein letztes Foto aus, bedankten uns noch einmal bei Tabithas Vater, verbunden mit den besten Wünschen für die Familie, und dann ging es weiter, zurück nach Nairobi zu unserem Hotel.
Wir hatten einen wunderschönen Tag erlebt, waren wieder einmal überwältigt von der Gastfreundschaft der Menschen, die an diesem Tag das Wenige, was sie haben, mit uns geteilt hatten. Im Auto gab es unter den Plan-Mitarbeitern bald eine angeregte politische Diskussion über die anstehende neue kenyanische Verfassung und das bevorstehende Referendum im November, und es war für uns sehr interessant, die unterschiedlichen Meinungen der Einheimischen darüber zu hören. So verging auch die Rückfahrt wie im Fluge, und schon waren wir beim Hotel angekommen. Der erste Tag, ein ereignisreicher und fröhlicher Tag!

 

 
 
 
 

 

 
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