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Safari kwa Kenya 2005
Die Tour der Abenteuer
ins Samburu-Gebiet
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Nachdem wir ausgiebig beobachtet und fotografiert hatten, machten wir
uns weiter auf den Weg zum Larsen`s Camp. Wir waren schon sehr gespannt,
was uns da erwarten würde, denn eigentlich hatten wir das Samburu Intrepids
gebucht. Aber zwei Tage vor unserem Abflug erhielten wir eine aufgeregte
Mail von Fatma mit der Mitteilung, dass das Samburu Intrepids ihr mitgeteilt
habe, überbucht zu sein und die schon vor Monaten vorgenommene Buchung
nun nicht mehr aufrechterhalten konnte (wollte).
Als “Ersatzunterkunft” bot sie uns das Larsen`s Camp an. Nachdem wir
uns dieses Camp im Internet etwas genauer angesehen hatten, sagten wir
schnell zu - es sah einfach traumhaft aus! Aber wer weiß schon so genau,
ob die schönen Bilder im Internet auch wirklich immer der Realität entsprechen?
Nun, um es kurz zu machen - alle Bedenken waren völlig unbegründet,
im Telegrammstil könnte man sagen: Zelte -> ein Traum, Lage -> göttlich,
Service -> genial. Wir waren restlos begeistert, und unsere Begeisterung
wuchs noch mit jedem Tag, den wir hier verbringen durften... Man sah
dem Camp an, dass es erst kurz zuvor nach einer Grundrenovierung neu
eröffnet worden war.
Die nur 17 Zelte lagen direkt am Uaso Nyiro Fluss, und neben dem großen
“Gemeinschaftszelt”, in dem sich eine kleine Bar, einige nette Sitzecken
und der Speisebereich befanden, gab es noch ein offenes Gebäude mit
der Rezeption und zwei feste, aus Stein gemauerte Häuschen (Shop und
Toiletten). Der Küchenbereich und die sonstigen Räume waren geschickt
“versteckt” und fielen kaum auf. Nachdem wir - bestimmt mit vor Erstaunen
offenem Mund - eingecheckt hatten, bezogen wir unsere Zelte, die hier
nicht nummeriert waren, sondern Namen trugen, eine schöne Idee. Tanja
erhielt das Zelt “Flycatcher” (klar, dass wir sie hinterher als “Fliegenfängerin”
aufgezogen haben) und Sandra und ich waren im “Weavers” untergebracht.
Die Zelte waren geräumig, die Bäder (insbesondere die Duschen) riesig
und dass alles sehr luxuriös war, versteht sich von selbst. Obwohl wir
das Samburu Intrepids ja noch gar nicht gesehen hatten, weinten wir
ihm keine Träne nach...
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Bei der Ankunft im Camp wurden wir gleich von Sandras Bekannten Dany,
Tom, Nicole und Ilja empfangen, die zur gleichen Zeit wie wir in Kenya
und ebenfalls mit Discover Kenya Safaris unterwegs waren. Sie hatten
allerdings eine andere Tour gebucht als wir, so dass wir uns erst am
letzten Tag in Nairobi wiedertreffen sollten. Im Larsen`s verbrachten
wir den Tag und noch den nächsten Morgen gemeinsam.
Die vier hatten mit dem Mittagessen netterweise auf uns gewartet und
so setzten wir uns gemeinsam an einen großen Tisch, der mitten im Freien
unter einem der vielen großen, schattenspendenden Bäume aufgestellt
war. Das Essen war, wie nicht anders zu erwarten, sehr gut und nach
der langen Tour hatten wir auch richtig Hunger.
Am Nachmittag, nach einer kurzen siesta, starteten wir gegen halb vier
zu einer Pirschfahrt, auf der wir u. a. in Flussnähe auf ein vermeintlich
totes Krokodil trafen. Die Betonung liegt auf “vermeintlich”, denn natürlich
war das riesige Tier nicht tot, sondern lag nur träge in der Nachmittagshitze.
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Wir beobachteten es mehrere Minuten, ohne dass wir auch nur eine einzige
Regung wahrnehmen konnten, und waren uns schon fast sicher, dass es
tot war, als John plötzlich rief “No! It`s not dead, I saw it open one
eye!” - Puh, Glück gehabt, dass wir nicht ausgestiegen waren…
Abends im Camp gab es für Tom nach dem Essen noch eine Torte, als Geburtstagsgeschenk,
und wir waren immer noch pappsatt, als wir nach einer gemütlichen Runde
in der Bar dann doch irgendwann ins Bett wollten. Wir machten uns also
auf den Weg - und wurden nach ein paar Schritten “abgefangen”: Büffel
direkt vor unserem Zelt machten es uns unmöglich, dorthin zu gelangen.
Wie war das noch mit der Wildnis? Man vergisst immer allzu leicht, wo
man sich eigentlich befindet... Nach einer knappen Viertelstunde gab
es Entwarnung, die Büffel waren weg, keine Gefahr mehr, wir konnten
(endlich) in unsere Betten fallen. Es war uns aber doch ganz recht,
dass wir auf dem Weg zu unseren Zelten von einem Askari begleitet wurden!
Unsere erste Nacht im Camp war sehr unruhig, zwar waren die Büffel
wohl verschwunden, aber dafür hörten wir Löwengebrüll und einige Zeit
später lautes Geplansche im Fluss - ob da wohl wieder etwas auf unsere
Seite wechselte? Wir wollten lieber nicht wissen, was...
Irgendwann sind wir vor lauter Müdigkeit trotzdem eingeschlafen. Um
halb sieben am nächsten Morgen hieß es schon wieder aufstehen, um acht
sollten wir zur Pirschfahrt aufbrechen. Vorher mussten wir uns jedoch
noch von Dany, Tom, Nicole und Ilja verabschieden, die zu den Aberdares
wollten.
Wir genossen noch ein gemeinsames Champagner-Frühstück, dann gingen
wir auf unseren game drive und die anderen vier machten sich an die
Abreise.
Auf unserer morgendlichen Tour durch den Park sahen wir eine interessante
“Perlhuhn-Attacke”, die sich gegen kein geringeres Gegenüber als einen
Geparden richtete. Der Gepard besaß offenbar in Augen der Perlhühner
die Frechheit, “nur” ca. 20 Meter von ihnen entfernt auf eine kleine
Lichtung zu treten - natürlich war er noch weit genug enfernt, um für
die Hühner eine echte Gefahr dazustellen, und er machte auch überhaupt
keine Anstalten, ihnen gefährlich zu werden - aber trotzdem... die Hühner
bildeten eine Art “Kampffront” und marschierten aufgeregt unter lautstarkem
Rufen direkt auf den Geparden zu! Frei nach dem Motto “Angriff ist die
beste Verteidigung” wollten sie den Geparden wohl durch ihr nervtötendes
Geschnatter vertreiben. Das ganze Schauspiel war höchst amüsant zu beobachten.
Der Gepard jedenfalls hatte den Wink mit dem Zaunpfahl irgendwann verstanden
und trottete von dannen. Blödes Federvieh!
Nach dem Mittagessen starteten wir gegen halb vier zu einer Nachmittagspirsch
und erlebten etwas, was uns sehr in Erstaunen versetzte: ein Löwe griff
eine Giraffe an! Entgegen aller in Tierdokumentationen vertretenen Meinungen
hetzte direkt vor unseren Augen ein Löwe einer ausgewachsenen Giraffe
hinterher - und er hätte sie fast gekriegt! Die Giraffe war dem Löwen
aufreizend nahe gekommen, und ehe sie sich versah, setzte dieser zur
Jagd an. Da halfen dann nur noch ein paar schnelle und beherzte Galoppsprünge
und die Giraffe war außer Gefahr. Von wegen, Löwen greifen höchstens
ganz junge Giraffen an, und auch nur dann, wenn die Löwen völlig ausgehungert
sind! Diese Theorie konnten wir nun widerlegen - weder war es eine ganz
junge Giraffe, noch machte der Löwe einen ausgehungerten Eindruck...
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Wir sahen auf der Nachmittagstour noch weitere Löwen, ein ganzes Rudel
von 10 Tieren - die sahen allerdings in der Tat etwas mager und hungrig
aus. Und da weit und breit keine Antilope in Sicht war, musste das Dinner
wohl noch etwas warten! Als wir auf dem Weg zurück zu unserem Camp waren,
stießen wir in Flussnähe auf mächtig viele Safaribusse - unter den Fahrern
wurde gemunkelt, hier würden sich Löwen mit Jungen aufhalten. Wenn sie
tatsächlich da gewesen sein sollten - gezeigt haben sie sich nicht, und
da es schon dämmerig wurde, wurde es Zeit für die Rückfahrt.
Beim Camp angekommen, erwartete uns ein herrliches Lagerfeuer mit einer
“Lagerfeuerbar” - was gibt es Schöneres, als nach einer ausgiebigen Pirschfahrt
mit einem kühlen Tusker am Feuer zu sitzen?
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Später beim Essen hat sich unser Kellner Bernard, ein Samburu, erst
einmal vorgestellt und ein wenig von sich erzählt. Dass besonders Tanja
sich sehr dafür interessierte, bemerkte er sehr wohl, schlug ihr vor,
in Kenya zu bleiben, und bot ihr ein Haus in Wamba an, mit 5 Kühen,
3 Ziegen, Hühnern und einem Esel, verkehrsgünstig gelegen, nur 3 Kilometer
bis zum nächsten Wasserloch. Ein Schnäppchen also, wer da nicht ins
Grübeln gerät...!
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Die nächsten drei Tage vergingen viel zu schnell, wir hätten noch ewig
lange im Camp bleiben können. Von unseren Zelten aus sahen wir frühmorgens
wunderschöne Sonnenaufgänge über dem Uaso Nyiro und spätabends den leuchtenden
Mond, wie er sich im Fluss spiegelte. Auf unseren Pirschfahrten sahen
wir neben Oryxantilopen und Grevyzebras vor allem viele Giraffen und Elefanten.
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Mit letzteren hatten wir zwei aufregende Erlebnisse - einmal, als ein
anderer Safaribus mitten durch eine Herde fuhr und einem kleinen Elefanten
den Weg abgeschnitten hatte - was dieser gar nicht lustig fand, tröööt
-, das andere Mal, als wir selber in der Nähe des Flusses in einer Herde
standen, Großmama ein bisschen genervt war und wir zunächst kaum vom Fleck
kamen, weil sich der Wagen um ein Haar festgefahren hätte - uff. Zum Glück
konnten wir uns noch rechtzeitig aus der etwas brenzligen Situation befreien!
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Da es ja dieses Jahr kein Problem mit den Parkgebühren gab, nutzten
wir die Möglichkeit und fuhren auch in den Buffalo Springs National
Reserve. An einem Lookout hielten wir am späten Vormittag an und stiegen
aus, um die herrliche Aussicht zu genießen. Und die war wirklich schön,
von dem erhöhten Aussichtspunkt hatten wir einen phantastischen Rundumblick
in die Ebenen. Lange standen wir da, unter einem fast wolkenlosen blauen
Himmel, und genossen einfach nur die Aussicht.
John, unser Fahrer, ließ uns die Zeit, die wir benötigten, um alles
auf uns wirken zu lassen. Hier zeigte sich wieder einer der vielen Vorteile
einer individuellen Safari, keiner, der einen drängelte oder auf die
Uhr schaute, keiner, der meinte, die wunderbaren Geräusche der Natur
zu “über”reden, nur wir drei bzw. vier - herrlich. Leider hat alle Herrlichkeit
mal ein Ende und so begaben wir uns irgendwann doch wieder auf die Rückfahrt.
John machte einen kurzen Abstecher zum Headquarter der Ranger - zum
einen brauchte er noch eine Bestätigung für unsere Police Escort nach
Maralal am übernächsten Tag, zum anderen hatte er am vorigen Abend eine
Verwarnung erhalten, weil er nach 18:40 Uhr noch im Park herumgefahren
war.
Nach einem kurzen Gespräch mit dem Senior Warden waren zum Glück sowohl
die Verwarnung zurückgenommen als auch unsere Begleitung durch bewaffnete
Ranger für die Maralal-Tour geregelt. Ein persönliches Gespräch ist
halt durch nichts zu ersetzen...
Am selben Tag machten wir noch eine Nachmittagspirschfahrt, auf der
wir auch etliche schöne Vögel,
- Bienenfresser und einen Hagedasch mit ausgebreitetem Gefieder beim
Sonnenbad -,
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drei Geparden, umgeben von nicht weniger als 20 Safarifahrzeugen und
eine Elefantenherde sahen.
In Flussnähe hörten wir laute, heisere Schreie und entdeckten in einem
Baum zwei Eulen.
Eulen, die hatten wir ja bisher auch noch nicht gesehen, und diese hier
waren besonders schöne Exemplare, mit pinkfarbenen (!) Augenlidern.
John stoppte den Wagen, so dass wir in Ruhe fotografieren konnten, aber
er fand die Tiere offensichtlich nicht so schön wie wir. Wir wunderten
uns schon, dann erzählte er uns, dass Eulen im kenianischen Volksglauben
den Tod einer Person oder etwas Böses ankündigen. Uh, da wollten wir
lieber auch ganz schnell weiterfahren!
Etwas “Böses” erlebten wir dann in der Nacht: es war dermaßen windig,
dass wir Angst um unser Zelt hatten und glaubten, es würde aus der Verankerung
gerissen werden und über unseren Köpfen davonfliegen. Richtige Sturmböen
zerrten an den Zeltplanen, dazu noch das nächtliche Gekreische der Tiere
- es war schon ein bisschen gruselig, und wir fühlten uns wie in einem
Abenteuerfilm.
Aber als wir frühmorgens aufstanden, war das Zelt noch da, und es sah
auch nicht beschädigt aus. Das würden wohl auch nur die Affen schaffen
- ging eine von uns aus dem Zelt und zog die Reißverschlüsse nicht wieder
vollständig zu, konnte es sein, dass man einen dieser netten Zeitgenossen
auf dem Bett sitzend vorfand. Einmal beobachtete Sandra ein besonders
schlaues Exemplar dabei, wie es an einem der komplett zugezogenen Reissverschlüsse
nestelte und aufmachen wollte!
Am letzten Tag unternahmen wir morgens noch eine gemeinsame Pirschfahrt,
auf der wir die Gelegenheit hatten, Mungos zu beobachten und zu fotografieren.
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Nachmittags teilten wir uns auf:
Tanja und ich fuhren bis zum Archer`s Post Gate, das ca. 30 Minuten vom
Camp entfernt war, und besuchten ein Samburu-Dorf, und Sandra machte anschließend
noch eine kurze Pirschfahrt. Und dann war es auf einmal Abend, unser letzter
Abend - wir waren schon ein bisschen wehmütig, und genossen noch einmal
so richtig die schöne Atmosphäre und das leckere Essen. Und als wir nach
dem Essen noch an unserem Tisch saßen, wurde das Licht gedimmt, das Küchenpersonal
und die Kellner kamen mit Fackeln, Töpfen und Pfannen als Musikinstrumente
und einer Torte hervor und machten richtig Stimmung. Wir wunderten uns,
wer denn nun schon wieder Geburtstag hatte, da wurde die Torte auf unseren
Tisch gestellt - sie war tatsächlich für uns!
Als kleines Dankeschön, weil wir drei volle Tage im Camp waren, also ziemlich
lange. Die Torte trug die Aufschrift “Kwa heri ya kuonana tena” - klar
würden wir gerne noch einmal wiederkommen! |
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