Safari kwa Kenya 2005

Die Tour der Abenteuer

25.09.05 - 28.09.05
Lake Baringo, Lake Baringo Club; Lake Bogoria, Lake Bogoria Hotel


 
 

Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns am nächsten Morgen zusammen mit John und Peter, unserem Bootsführer, auf die knapp einstündige Tour im Lake Baringo.
Der Lake Baringo ist neben dem Lake Naivasha der einzige Süßwassersee im Rift Valley, wobei immer noch ungeklärt ist, warum es sich um einen Süßwassersee handelt.
Die Sonne schien, es war schon mächtig warm, und das Wasser spritzte verlockend, als wir mit dem kleinen Motorboot Fahrt aufnahmen - ach, wie gerne wären wir in den See gesprungen! Aber das war ja leider nicht möglich: die Hippos konnten wir schon von weitem erkennen (und hören!) und es dauerte auch nicht lange, da sahen wir ein Krokodil am Ufer ins Wasser gleiten.
Okay, zum Schwimmen war der Pool eindeutig besser geeignet...
Der See war, wie wir schon an unserem Aussichtspunkt auf der Hinfahrt festgestellt hatten, wirklich riesengroß. Die sieben Inseln konnten wir gar nicht alle sehen, aber Ol Kokwe Island, die größte, ragte steil und unübersehbar vor uns auf. Sie war grün und dicht bewachsen, mit teilweise riesigen Bäumen, und in dem felsigen Hängen kletterten Ziegen.

Ein einheimischer Fischer vom Stamme der Njemps (trotz der nahen Verwandtschaft zu den viehhaltenden Maasai leben die Njemps traditionell von Ackerbau und Fischfang) kam uns in seinem kleinen, nicht sehr stabil wirkenden Boot aus Palmblättern entgegen und zeigte uns seinen Fang - wir hätten solch große Fische im See nicht vermutet.

 
 


 
 
Mit einem Trick lockte Peter einen auf der Insel im Baum sitzenden Seeadler an: er warf einen Fisch ins Wasser und ahmte die Schreie des Adlers nach.
Tatsächlich dauerte es nur ein paar Sekunden, und der Seeadler kam und fing im Sturzflug den Fisch, mit dem er dann wieder im Baum verschwand. Dort konnten wir ihn noch für kurze Zeit und von weitem beim Fressen beobachten, dann fuhren wir mit dem Boot wieder zurück.
In Ufernähe ging es noch eine Weile an Papyruspflanzen vorbei, dann waren wir auch schon wieder am Bootsanleger. Wir stellten einstimmig fest, dass auch der Lake Baringo ein landschaftliches Highlight auf unserer Safari war!

Den Rest des Vormittags verbrachten wir mit relaxen, und nach dem Mittagessen musste unbedingt der Pool ausprobiert werden: es war ganz schön heiß, und eine Erfrischung mehr als willkommen. “Klein, aber unwiderstehlich” - ja, das stimmte wirklich!
Am Pool ließen sich auch die zahlreichen Vögel - in der Umgebung des Lake Baringo wurden 450 verschiedene Arten registriert - sehr gut beobachten; ständig flogen buntschillernde Exemplare hin und her.
Während ich bis zum späten Nachmittag dort blieb, machten Sandra und Tanja sich in Begleitung von Peter, unserem Bootsführer vom Vormittag, gegen vier Uhr auf zu einem Spaziergang nach Kampi ya Samaki, dem nächstgelegenen Ort.
Als sie zwei Stunden später wiederkamen, hatten sie einiges zu erzählen: von Kindern, die sie den ganzen Weg über voller Begeisterung und Neugierde begleiteten und sie sogar an den Händen hielten, von den einheimischen Erwachsenen, die sich so gar nicht für`s Fotografiertwerden erwärmen konnten, und von “Dr. William”, dem Schlangen”beschwörer”.
 
 
 
 


Der hatte ihnen gegen ein paar Shillinge stolz seine bemerkenswerte Schlangensammlung gezeigt und von seiner Zusammenarbeit mit Dr. Richard Leakey, dem berühmten Anthropologen und ehemaligen Chef des Kenya Wildlife Service, erzählt. Den Doktortitel hat sich Dr. William wohl selbst einmal verliehen; wahrscheinlich war er der Meinung, dass so ein Titel beim Verkauf von Schlangenserum seriöser wirkt...

Der Abend klang ruhig aus, am nächsten Morgen sollte es weitergehen zum Lake Bogoria - bis zu unserer nächsten Unterkunft, dem Lake Bogoria Hotel. Zum Glück nur eine etwa eineinhalbstündige Fahrt.
Allerdings musste John ja noch den kaputten Reifen reparieren lassen - das wollte er in Marigat versuchen -, daher gingen wir gedanklich von einer etwas längeren Tour aus. Nach dem gemeinsamen Dinner machten wir uns in Begleitung eines Askari auf den Weg zu unseren kleinen Bungalow-Häuschen. Unsere etwas ängstliche Frage “Any animals around here?” beantwortete er ohne Zögern und ohne sich umzusehen mit “Not now, no” - und kaum standen wir keine 2 Minuten später vor unseren Türen, sahen und hörten wir auf dem Rasen deutlich ein Hippo...
Na, wie gut, dass das gerade eben noch nicht da war, und der Askari so gute Augen hatte...!
Wir schliefen trotzdem tief und fest, und nach dem Frühstück am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg zum Lake Bogoria.
Wir fuhren auf einer sehr guten Asphaltstraße bis Marigat, einem kleinen aber belebten Ort, wo wir zum Tanken an einer Tankstelle hielten. Den kaputten Reifen konnte man hier allerdings nicht reparieren, das klappte erst beim dritten Versuch bei einem Reifenservice.
Was man sich in Afrika so unter Reifenservice vorstellen muss: ein kleiner Holzhaus-shop, bei dem die Reifenreparatur natürlich unter freiem Himmel stattfand. Direkt daneben befand sich der shop eines Schlachters - was da an Abgezogenem im Schaufenster ging, konnten wir nicht so ganz identifizieren...
Wir nutzten die Pause und machten einen kleinen Bummel durch den Ort. Nach einiger Zeit war der Reifen fertig und wir fuhren weiter auf der guten Asphaltstraße unserem nächsten Ziel entgegen, bis John auf einmal und für uns unvermittelt von der Straße rechts abbog - mitten in den Busch hinein, wie uns schien. Hier war überhaupt keine Straße mehr, nicht einmal ein Weg, zu erkennen.
Komisch, von uns hatte keiner etwas von einem Toilettenstop gesagt... Wir wussten gar nicht, was los war, und hatten schon schlimme Befürchtungen, bis uns auf diesem “Weg” durch die Sträucher ein Lkw entgegen kam. Sollte das hier etwa doch eine Straße sein?
Des Rätsels Auflösung folgte kurz darauf, als der “Weg” wieder an eine Asphaltstraße heranführte - es war die Asphaltstraße, auf der wir eben noch gefahren waren. Sie tauchte quasi aus dem Nichts auf - das Stück zwischen “eben” und “hier” war komplett weggespült! Wir trauten kaum unseren Augen, so unglaublich war der Anblick. Nun war uns auch klar, warum John abgebogen war.
Das muss man aber auch erst mal wissen, wenn wir da weitergefahren wären...

 
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