Malindi 04/05

Malindi III


 
 

Nachdem wir die üblichen Formalitäten erledigt hatten, wurden wir - am blinkenden Weihnachtsbaum vorbei - zu unserem Zimmer geführt. Dazu ging es zunächst aus der Empfangshalle heraus in den großen Innenhof der Hotelanlage, wo wir schon den Pool mit seinem herrlich blau schimmernden Wasser erkennen konnten. Oh ja, eine Erfrischung war dringend vonnöten, und am liebsten wären wir direkt ins kühle Nass gesprungen!
Aber zunächst hieß es: Zimmer inspizieren. Zwischen zwei Gebäudeteilen gingen wir eine breite Holztreppe hinauf in die erste Etage, in der sich unser Zimmer im Lamu-Stil befand. Offensichtlich war man hier nur auf Pärchen eingestellt, denn mitten im Raum prunkte ein - zugegebenermaßen riesengroßes - Doppelbett...
Wie süß! Wir mussten doch ein wenig schmunzeln. Zum Glück wurde unsere Bitte nach einer zweiten Decke prompt erfüllt. So brauchten wir wenigstens kein nächtliches Bettdecken-Gezerre befürchten...

 
 
unser Pool  Doppelbett
 
 


Schnell noch den Kofferträgern ein Trinkgeld gegeben, ein paar Sachen ausgepackt, den Bikini angezogen und mit Sonnenbrille und Kamera bewaffnet machten wir uns dann so schnell wie möglich auf in Richtung Wasser.
Als wir die Holztreppe hinunter stiegen, hörten wir schon von weitem recht merkwürdige Töne. Wo kam das denn her, und was war das? Je näher wir dem Pool und dem rechts davon liegenden Restaurantbereich kamen, desto deutlicher wurden die Geräusche. Tatsächlich, es war Weihnachtsmusik! Und zwar eine ganz besondere: amerikanische Weihnachtslieder im Stil der 30-er Jahre. Irgendwie klang es doch sehr nach ausgeleierter Schallplatte.
Zuerst fanden wir es noch ganz originell, aber später... Nun ja, bekanntlich besteht Weihnachten aus maximal drei Tagen, und - ehrlich gesagt - wegen der Musik waren wir dann doch froh, als diese drei Tage vorbei waren... Während wir so weitergingen, bemerkten wir auch die goldenen Girlanden, die um die Ständer des Makuti-Daches drapiert worden waren. An einem Klappschild mit der Aufschrift “Cocktail of the day” (hmm, das klang schon mal gut, und das mussten wir uns unbedingt für später merken) waren zwei Weihnachtskugeln und ein bisschen Lametta angebracht. Diese Dekoration hier war wirklich einmalig: der abwechselnd grün-blau-lila blinkende Weihnachtsbaum in der Empfangshalle, die goldenen Girlanden, die zwei Weihnachtskugeln... merry christmas!

 
 
Cocktail of the day
 
 
Nachdem wir unsere erste Erkundungstour in der Hotelanlage gemacht und die ersten Fotos geschossen hatten, machten wir es uns bis zum Mittagessen am Pool gemütlich.
Ach, war das herrlich, die Sonne auf der Haut zu spüren! Wenn es uns zu heiß wurde, brauchten wir nur ein paar Schritte machen, und wir waren im kühlenden Wasser. Der Vormittag ging so sehr schnell vorüber, und auf einmal erklang leises Trommelgewirbel - Lunchtime, die Essenszeiten wurden hier musikalisch angekündigt, eine schöne Idee.
Es war tatsächlich so, dass wir Hunger hatten, und das leckere Buffet zog uns magisch an. Allzu viele andere Gäste versammelten sich hier zum Essen eher nicht, also war das Hotel wohl nicht ausgebucht. Von hektischer Betriebsamkeit keine Spur, im Gegenteil, alles lief sehr entspannt und ruhig ab - Balsam für unsere stressgeplagten Seelen, echte Erholung halt.
Nach dem Mittagessen wagten wir uns zu einem kleinen Spaziergang an den Strand. Dort herrschte ziemliche Betriebsamkeit, richtig was los war hier, jede Menge Menschen - Einheimische und Touristen - hatten offensichtlich die gleiche Idee wie wir. Von einem größtenteils von Einheimischen belagerten open-air-Restaurant kam laute Musik, dort herrschte echte Party-Stimmung... Fröhliche Weihnachten, mit der Betonung auf “Fröhliche”! Natürlich waren wir gleich als Neuankömmlinge auszumachen und zogen so erstmal die Aufmerksamkeit etlicher beachboys auf uns. Discobesuch, Souvenirkauf, T-Shirt-Tausch, zu allen möglichen Aktivitäten wurden wir aufgefordert und lernten so innerhalb weniger Minuten unter anderem Mike, Steven, Hassan kennen...
Ganz so aufdringlich wie in Diani Beach waren die beachboys hier aber (zunächst) dann doch nicht, und so war es noch einigermaßen erträglich.
Auch der Nachmittag verging wie im Fluge, ein bisschen Sonnenbaden, ein bisschen Schwimmen, dann einen Kaffee trinken, und schon war es Zeit, sich für den Abend zurechtzumachen. Das Essen wurde wieder musikalisch angekündigt und schon schwärmten alle Gäste heran. Das reichhaltige Büffet hatte jede Menge kulinarischer Genüsse zu bieten, daher dachten wir, dass ein bisschen Bewegung nach dem Essen wohl ganz angebracht sei, und machten uns so auf den Weg zum Nachbarhotel Tropical Beach.
Auf der kleinen Nebenstraße mussten wir knappe 100 m gehen, dann waren wir da. Dieses Hotel war doch um einiges größer als das recht überschaubare Coconut Village, und es wimmelte vor Italienern...!
Huch, das war offensichtlich eine der unter den “Horden von italienischen Pauschaltouristen” recht beliebten Anlagen. Lange haben wir uns da nicht aufgehalten, als eine furchtbar hibbelige, aufgedrehte italienische Animateurin ihre Runde drehte, sind wir doch recht schnell wieder verschwunden, und haben stattdessen den Abend ruhig bei einem Gläschen Kenya Gold an der Bar unseres Hotels ausklingen lassen. Man soll es ja auch am ersten Tag nicht übertreiben...!